Einer unserer Vorsätze für 2022: den Stockholmer Schärengarten besser kennenlernen. Den Entschluss fassten wir nach unserem Kurzurlaub auf Marholmen. Die meisten Inseln werden allerdings nur in der Haupturlaubszeit voll bewirtschaftet. So lange wollen wir mit unserem nächsten Abenteuer in den Schären aber nicht warten und entscheiden uns daher einen zweiten Besuch auf Sandhamn zu wagen. Auf der Insel leben ganzjährig rund 100 Personen und sie ist auch im Winter gut erreichbar.
KURZ UND KNAPP
Sandhamn
📍 Lage: Äußere Stockholmer Schären
⛴️ Anreise: aus der Innenstadt mit Waxholmsbolaget oder Cinderella, von Stavsnäs auch mit dem Båttaxi
⏱️ Fahrzeit: ca. 2,5 Stunden ab Stockholm (je nach Verbindung)
🥾 Ideal für: 1-2 Übernachtungen
⭐ Unser Highlight: Das ganzjährig spürbare Dorfleben und die traumhaften Strände.

Ein schwieriger Start
Unser erster Besuch auf Sandhamn war nur wenige Woche nach unserer Übersiedlung nach Stockholm. Obwohl die Insel als eine der bekanntesten im Stockholmer Schärengarten gilt, sprang der Funke damals nicht über. Wir fanden die Insel sehr schön, keine Frage, aber so richtig konnten wir nicht nachvollziehen, warum in derart großen Tönen von Sandhamn geschwärmt wurde.
Eineinhalb Jahre später, nach vielen Ausflügen auf andere Schäreninseln und mehr Verständnis dafür, was das Lebensgefühl in Schweden ausmacht, beschließen wir, Sandhamn noch einmal eine Chance zu geben. Inzwischen wissen wir: unsere Erwartungshaltung beim ersten Besuch war schlicht falsch und wir waren gar nicht vorbereitet.


Los geht’s
Samstagmorgen Anfang März, Punkt 9.40 Uhr: die Fähre Richtung Inselwelt legt vom Stavsnäs Vinterhamn ab. Zu dem Zeitpunkt sind wir schon etwa 1,5 Stunden unterwegs. Bis Stavsnäs brauchen wir von der Wohnung knapp eine Autostunde. Wir halten noch auf Värmdö, um uns in einer Bäckerei mit gegrillten Sandwiches für unser Mittagessen zu versorgen. Das Auto parken wir unkompliziert direkt am Fähranleger und gehen kurz vor 11 Uhr bereits im Hafen von Sandhamn von Board. Die Wetter-Vorhersage für das Wochenende ist vielversprechend und schon auf der Überfahrt wärmt uns die Sonne im Gesicht.
Vom Fähranleger spazieren wir über die autofreie Insel. Durch dichten Kiefernwald führt der Weg schnurgerade bis zum Sandstrand in Trouville. Von hier schweift der Blick über das offene Meer, Sandhamn ist der östlichste Außenposten im Stockholmer Archipel. Von der Ostsee weht uns ein rauer Wind entgegen, für eine gemütliche Mittagspause ist es uns eindeutig zu kalt. Ein paar hundert Meter weiter steht am Rande eines verlassenen Fußballfelds eine einsame Bank. Die ist wie gemacht für uns.



Einen Gang langsamer
Nachdem wir uns hier – windgeschützt zwischen den Bäumen, vor uns das Meer und die Sonne im Gesicht – so wohlfühlen, geben wir den Plan von einer ganzen Inselrunde auf und spielen stattdessen im Sand Ball. Am späteren Nachmittag brechen wir auf und machen uns quer durch den Wald auf den Rückweg in den Hauptort. Hier sind die Wege wesentlich holpriger und teilweise noch spiegelglatt, aber wir kommen dennoch gut voran und haben auch mit dem Kinderwagen wenig Schwierigkeiten.
Schließlich checken wir für eine Nacht im charmanten Seglarhotell, das zentral mitten im Hafen liegt, ein. Die romantische Stimmung im Restaurant crashen wir mit zwei kleinen Kindern zwar etwas, aber das Essen selbst ist hervorragend und das Service sehr familienfreundlich.


Sonne tanken
Mit einer Runde durch den Ort beschließen wir am nächsten Vormittag unseren Besuch auf Sandhamn. Die schmalen Wege schlängeln sich kreuz und quer an den Häusern vorbei durch das Dorf. Wir lassen uns treiben und landen irgendwann auf dem Kvarnberget, von dem der Blick über das Archipel, die Ostsee und die lokale Dachlandschaft schweift.
Ein letzter Kaffee auf der Sonnenbank vorm Wirtshaus – passend zur schönen Stimmung grüßt der erste, hell leuchtende Krokus des Jahres. Dann noch einmal tief die Schärenluft einatmen – und zurück geht es Richtung Festland.



Unsere Tipps für euren Besuch auf Sandhamn
- Anreise: von der Innenstadt mit Waxholmsbolaget oder Cinderella, oder vom Anleger Stavsnäs Vinterhamn mit Waxholmsbolaget oder dem Bootstaxi – gerade mit kleinen Kindern können wir die Variante ab Stavsnäs sehr empfehlen, da nur rund eine Stunde am Boot ruhig gesessen werden muss
- Übernachten: Sandhamn ist gerade in der warmen Jahreszeit sehr populär und es gibt viele Möglichkeiten zum Nächtigen, hier findet sich alles vom luxuriösen Hotel bis zum einfachen Bett in einem Hostel
- Essen: die Insel ist ganzjährig bewohnt und bietet mehrere attraktive Möglichkeiten zum Auswärts essen, es gibt außerdem einen Supermarkt und eine Bäckerei, dafür unbedingt die Öffnungszeiten checken und, wenn es passt, eine Kanelbulle holen
- Mit Kindern: viel Platz zum Laufen und Toben, keine Autos, schöne Wanderwege, großer Sandstrand, Spielplatz im Hafenareal,… hier ist alles da, was es für einen entspannten Familienausflug braucht

Mehr Schärengarten

Wenn euch dieser Ausflug in den Schärengarten von Stockholm gefallen hat, interessiert euch vielleicht auch unser Wochenende auf der Insel Gällnö. Weiterlesen

Kommentar verfassen