Als es darum ging die Route für unseren Sommerurlaub in Schweden festzulegen, waren wir uns ziemlich schnell einig, dass ein Besuch in Mittelschweden jedenfalls dabei sein muss. Auf unserer Wunschliste standen im Siljansee baden, den Ursprung der roten Dala-Holzpferde erkunden und mitten in der Natur einfach nichts tun.
Glücksgriff Unterkunft
Um vor allem das Faulenzen und in die Gegend schauen gut hinzubekommen, haben wir uns unzählige Ferienwohnungen angesehen. Und am Ende tatsächlich einen Volltreffer gelandet: Wir haben uns sofort wohl gefühlt! Der Ausblick von der Terrasse ging direkt auf den Orsa-See und wir mussten gleich mal sämtliche Pläne für den Tag streichen um die Sonne zu genießen. In der Gangart ging es die ganze Woche weiter. So viel Zeit wie hier haben wir im Urlaub noch selten völlig zufrieden in der Unterkunft verbummelt.
Auf nach Mora
Nach einer überraschend entspannten Nacht, in der sich die beiden Mäuse zum ersten Mal ein Zimmer geteilt haben, sind wir zum Frühstücken nach Mora gefahren. Wir nehmen die Stadt als Zentrum der Region wahr. Das liegt vor allem daran, dass Mora durch den Vasa-Loppet, das größte Langlaufrennen der Welt, so bekannt ist. In der Region haben sich aber auch viele KünstlerInnen niedergelassen. Das ist eigentlich nicht so unser Thema. Nachdem uns der Maler Anders Zorn schon öfter untergekommen ist, waren wir aber doch neugierig auf das ihm gewidmete Museum.
Aber erstmal zurück zum Essen: Zum Museumgelände gehört auch ein angelegter Garten mit typisch schwedischem Gartencafè. Das haben wir gleich mal zum Frühstück getestet bevor wir eine Runde durch die Kunstsammlung drehten. Überrascht von den hohen Temperaturen war der nächste Stop ein Einkaufsbummel durch die Fußgängerzone. Nachdem Barbara an keinem Delikatessen-Geschäft vorbei gehen kann, sind wir am Ende voll bepackt mit Kulinarik zurück in die Wohnung.
Dala-Pferde
In dem kleinen Ort Nusnäs werden die weltberühmten Dala-Pferde hergestellt. Ein Besuch hier ist definitiv Pflichtprogramm bei Urlaub in der Region. In den Werkstätten lässt sich der Weg vom schlichten Holzbrett bis zur fertig bemalten Figur miterleben. Und am Ende mussten natürlich auch ein großes Familien- und zwei kleine Mäuse-Pferde mit uns nach Hause kommen.
Almenland
In den endlos scheinenden Weiten Dalarnas verstecken sich viele kleine, oft ganz ursprünglich bewirtschaftete Almen. Während wir zwar neugierig auf eine solche gewesen wären, war uns der Weg dorthin mit Baby und Kleinkind doch zu mühsam. Stattdessen haben wir einen Ausflug nach Fryksås gemacht. Auch eine Alm, aber komplett mit Sommerhäusern, rustikalem Hotel und kleinem Café. Wir haben erst vor malerischer Kulisse mit Blick auf den Orsa-See gegessen und dann im noch etwas höher gelegenen Kaffeehaus die Regen- und Sturmfront vorbei ziehen lassen.
Fressen oder gefressen werden
Von Fryksås führt die Straße noch ein Stück weiter nördlich, bevor am Raubtierpark Ende ist. Hier gibt es vor allem viel Wald, Gegend und dazwischen das eine oder andere Respekt-einflössende Tier. Unser erstes „Achtung Bären“ Schild hat uns vor knapp zwei Jahren in ziemliche Aufregung versetzt. Irgendwie gut, dass die Mäuse meist so lebhaft sind, dass wir vermutlich nie einen Bären in freier Wildbahn überraschen werden.
Neben Schwarz-, Braun- und Eisbären gibt es im Raubtierpark noch Wölfe, Tiger, Vielfraß, Luchs und Leoparden zu beobachten. Vorausgesetzt, man entdeckt sie in den weitläufigen Gehegen. Die Fläche des Parks ist ziemlich groß und wir waren froh, die Wanderausrüstung dabei zu haben. Der Ausflug war in erster Linie für Johanna gedacht, aber mit der Ruhe beim Beobachten hat sie es ja noch nicht so. Wir fanden es dafür umso spannender und sind am Abend auch völlig geschafft ins Bett gefallen.
Ein Sprung in den See
Nach wunderbar entspannten Tagen hatten wir gegen Ende der Woche doch noch das Bedürfnis einen größeren Ausflug zu unternehmen. Wir waren neugierig auf die Stadt Rättvik. In Reiseführern wird sie immer wieder als besonders malerisch am Siljan-See gelegen beschrieben.
Nun ja… wir können Rättvik leider nur bedingt empfehlen. Unser Eindruck hängt aber vielleicht auch mit dem extrem schwülen Wetter zusammen. So drückende Luft erleben wir in Schweden selten und waren auch entsprechend mitgenommen. Den Spaziergang nach dem Mittagessen haben wir gleich mal abgebrochen. Alternativprogramm: Badesachen rauf und rein in den See!
Erfrischt haben wir uns den kleinen Gammelgård zwischen Strand und Kirche angesehen. Das sind ganz einfache, ziemlich beengte Häuser, in denen die weit angereiste Bevölkerung früher genächtigt hat als noch Kirchgang-Pflicht herrschte. Damals war es in der Sommerzeit üblich mit dem Boot in die Kirche zu fahren. Nach einem ordentlichen Platzregen, konnten wir am 628 Meter (!!) langen Steg in Rättvik sogar noch Kirchboote bestaunen.
Es geht weiter
Die Woche in Orsa war genau das, was wir gebraucht haben. Nach dem Chaos mit Siedeln und neue Wohnung einrichten, mussten wir dringend raus und abschalten. Das hat perfekt funktioniert! Die Planungen für unseren nächsten Urlaub in der Region Siljan-See laufen bereits. Aber jetzt geht es von Mittelschweden erst einmal weiter in die norwegische Hauptstadt: Oslo wir kommen!
Dieser Beitrag ist Teil unseres Sommer 2022 Road Trips. Weitere Inhalte:
