Nachdem wir regelmäßig gefragt werden, wie es denn bei uns mit Covid-19 so läuft, haben wir uns entschlossen noch einmal einen Artikel dazu zu schreiben. Das Virus ist ja offensichtlich gekommen um zu bleiben und auch in Schweden großes Thema.
Allerdings bestimmt es das politische Geschehen bei weitem nicht so umfangreich und allumfassend wie in Österreich. Wie bereits seit Beginn der Pandemie hält sich die Politik weitesgehend aus dem Corona-Management heraus. Das öffentliche Gesicht dazu ist Anders Tegnell, der das staatliche Gesundheitsinstitut leitet. Es gibt keine Pflicht-Maßnahmen, sondern allenfalls Empfehlungen. Sich daran zu halten empfindet der Großteil der Schweden als selbstverständlich. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

Grob zusammengefasst gelten in Schweden derzeit folgende Empfehlungen:
- Vermeidung größerer Menschenansammlungen und Gedränge
- Gastronomiebetriebe sollen Gedränge vermeiden (reduzierte Gästezahlen, Abstand zw. Tischen,…), Sperrstunde um 23 Uhr, max. 8 Pers./Gesellschaft
- Homeoffice für alle die können
- Mundschutz bei Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln, Stoßzeiten vermeiden
- Begrenzung der Kontakte in Innenräumen auf engsten Kreis, keine größeren Abendessen oder Feste, max. 20 Personen bei privaten Feiern in Innenräumen
- Abraten von (Sport-)Wettbewerben in Innenräumen; gilt nicht für Profisport
- Und ganz wichtig: Abstand halten
Empfanden wir das extrem bedachte Abstand halten im Vorjahr noch etwas befremdlich, ist es für uns inzwischen normal. In Österreich haben wir uns schon mehrfach dabei erwischt, wie wir jemanden mit der Bitte um mehr Abstand angesprochen haben.
Wie sieht es bei den Zahlen aus? Da wird einem schon etwas flau im Magen: bisheriger Rekordtag bei den Neuinfektionen war der 12. Jänner mit 25.215 positiven Ergebnissen. In der Woche wurde auch ein neuer Testrekord aufgestellt. Die Nachfrage nach Tests ist enorm. Antigen-Tests sind bereits seit Dezember in vielen Apotheken kaum zu bekommen bzw. unmittelbar nach Lieferung wieder ausverkauft. In unserer Wohngegend bieten viele Nachbarn auf Facebook übrige Tests für andere, die sie eventuell dringender brauchen, an. Termine für PCR Tests sind teilweise über Tage hinweg ausgebucht.
Im Alltag bedeutet das für uns derzeit keine Eltern-Kind-Aktivitäten mit Olivia und noch mehr Freizeit als ohnehin schon im Freien. Im Kindergarten sind viele Pädagog:innen im Krankenstand. Daher muss sich Johanna regelmäßig mit neuen Gesichtern auseinander setzen oder überhaupt daheim bleiben. Wenn zu wenige Personal da ist, werden Eltern in Karenz gebeten die älteren Kinder zu Hause zu betreuen.
Der Höhepunkt der Omikron Welle wird in Schweden Ende Jänner erwartet. Schauen wir mal, was da noch kommt. Die Impfrate ist derzeit in etwa gleich hoch wie in Österreich. Wir sind jedenfalls beide dreimal geimpft und versuchen weiterhin gesund durch den Winter zu kommen.
